Hernienzentrum Hanau

Krankheitsbild: Nabelhernien (Nabelbruch)

Nabelhernien sind Eingeweideausstülpungen im Nabelbereich. Frauen sind grundsätzlich 3 bis 5 mal häufiger betroffen als Männer. Nabelhernien treten besonders bevorzugt bei Frauen nach mehrfachen Schwangerschaften sowie bei Übergewicht auf. Eine vorausgegangene Bauchspiegelung stellt häufig ein zusätzliches Risiko dar.
Nabelhernien können in bis zu 30 Prozent zu einer Einklemmung führen. Diese stellt in den meisten Fällen eine absolute = sofortige Operationsindikation dar. Als Bruchinhalt finden sich häufig Dünndarmanteile oder Teile des Fettgewebes, welches vor dem Darm liegt.

Operationsverfahren:

Grundsätzlich werden Operationsverfahren mit und ohne Netz unterschieden.
Die Entscheidung, welches Verfahren geeignet ist, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Risikoprofil der Patienten/innen (siehe auch Leistenbruch)
- Größe des Bruches
- Belastungsprofil der Patienten/innen
- Wunsch des Patienten/der Patientin

Nahtverfahren:

Bei kleinen Nabelhernien bis 1,5 cm Bruchlückendurchmesser und fehlendem Risikoprofil des Patienten/ der Patientin kommt in der Regel ein Nahtverfahren zum Einsatz. Die Naht erfolgt heutzutage meist durch eine fortlaufende Stoß-auf-Stoß-Naht mit einem nicht auflösbarem Nahtmaterial. Als Kriterium gilt neben der Größe der Bruchlücke das Größen/ Gewichtsverhätnis (BMI) des Patienten. Daneben sind Wiederholungsbrüche eine weitere Risikogruppe und erfordern in der Regel immer ein Netz.

Netzverfahren:

Hier gibt es zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten der Netzversorgung mit unterschiedlichen Materialien und unterschiedlichen Netzgrößen . Durch Anwendung von Netztechniken konnte – insbesondere bei den Risikogruppen – das Risiko eines Wiederholungsbruches (Rezidives) von 30-50% auf 1% gesenkt werden.
Es gibt die offenen Netztechniken und endoskopische Netztechniken.

Offene Netztechniken:

UHS (Ultrapro Hernia System, J&J Medical):
Ähnlich der Leistenhernie wird hier ein Teil des Implantates hinter die Nabellücke plaziert und durch den Bauchinnendruck angepresst. Der Verbindungsteil mit dem stark verkleinerten vorderen Anteil sorgt für zusätzliche Stabilität und verhindert ein Verrutschen des hinteren Netzanteiles.

PVP (Proceed Ventral Patch):
Ist eine Netzplastik aus technischen Gründen (z.B. Verwachsungen) außerhalb des Bauchraumes nicht möglich, wird ein speziell beschichtetes Netz hinter die Bruchlücke in den Bauchraum platziert.

Endoskopische Netztechniken:

Hier wird ein speziell beschichtetes Netz von der Bauchhöhle aus mit 2 kleinen Hautschnitten hinter die Bruchlücke platziert. Diese Technik wird vorzugsweise nach vorangegangenen Operationen oder bei sehr adipösen Patienten angewandt.
Grundsätzlich gilt auch hier das Konzept der Leichtgewichtigkeit und Makroporösität der Netzmaterialien, welches eine ausreichende Stabilität aber auch eine sehr gute Flexibilität erlaubt. Bei uns werden offene Operationsverfahren mit und ohne Netzeinlagen durchgeführt.

  • Sie erhalten von uns 4 Schmerztabletten (2 Ibuprofen 600mg und 2 Novalgin 500mg) diese nehmen Sie im Wechsel wie folgt alle 3 Stunden 1 Tablette ein. ->1 Ibuprofen/1 Novalgin/1 Ibuprofen/1 Novalgin
  • Ab dem ersten Tag nach der Operation nehmen Sie von den Ibuprofen 400mg eine Woche 2-3x täglich eine Tablette ein (1-1-1). Diese Tabletten wirken nicht nur Schmerzlindernd, sondern auch abschwellend und entzündungshemmend.
  • Die Wunde sollte mehrmals am Tag mit einem Kühlpack (immer in ein Tuch gewickelt) für 10 Minuten gekühlt werden. z.B. in halbstündlichen Abständen (besonders am OP Tag)
  • Am 1. Tag nach der Operation findet einVerbandwechsel statt. Sollte eine Drainage in das Wundgebiet eingelegt sein, wird diese in der Regel am 1. Tag nach der Operation entfernt. Die eingebrachten Fäden müssen nicht entfernt werden, diese lösen sich von alleine auf.
  • Bitte achten Sie darauf, das Sie beim Aufstehen immer über die Seite hochkommen. Sie sollten sich schonen, keine großen Anstrengungen ausüben und 2 Wochen nicht schwer heben.
  • Sie sollten in den ersten 2 Wochen das Sitzen über einen längeren Zeitraum vermeiden.
  • Nach 3 Tagen, können Sie mit dem Pflaster duschen gehen. Das nasse Pflaster entfernen, mit einem sauberen Handtuch vorsichtig die Wunde abtrocknen, dann die Wunde mit einem neuen Pflaster versorgen.
  • Sport ist nach der 3. postoperativen Woche erlaubt.
  • Intimverkehr ist ab der 3. Woche erlaubt, bei Männer sollten keine Hodenschwellung mehr vorliegen.
  • Durch Beachtung dieser Maßnahmen und Einhaltung der Empfehlung tragen Sie wesentlich zu Ihrer Genesung bei.